JKB JÜTTNER LADENBAU GmbH
JKB JÜTTNER LADENBAU GmbH · Weimarer Straße 21 · 99444 Blankenhain / Thür. · Telefon: 036459 448 13
JKB JÜTTNER LADENBAU GmbH
02. Juli 2015

Jüttner feiert 25-jähriges Firmenjubiläum

Zu den jüngsten Errungenschaften der JKB Ladenbau GmbH gehört eine CNC-Fräsmaschine, die Christian Gerchel bedient. Hinter ihm die Geschäftsführer Gerd Jüttner und seine Tochter Katarina Jüttner. Foto: Sabine Brandt
Zu den jüngsten Errungenschaften der JKB Ladenbau GmbH gehört eine CNC-Fräsmaschine, die Christian Gerchel bedient. Hinter ihm die Geschäftsführer Gerd Jüttner und seine Tochter Katarina Jüttner. Foto: Sabine Brandt
Zusammen beschäftigen die JKB Ladenbau und die Jüttner Treppenbau GmbH 120 Mitarbeiter.

Wäre das höchste Gebäude auf Gerd Jüttners Betriebsgelände begehbar, dann ließe sich von dort oben ganz Blankenhain überschauen. Zum anderen könnte man sich mit einem Blick vom Dach des Holzschnitzelsilos aus eine vage Vorstellung von der Dimension verschaffen, die die beiden Jüttner-Unternehmen inzwischen angenommen haben: Zusammen beschäftigen die JKB Ladenbau und die Jüttner Treppenbau GmbH 120 Mitarbeiter. Allein im zurückliegenden Jahr konnten 900 000 Euro in neue Maschinen und den Ausbau der Gebäude investiert werden. Für einen Mittelständler im Osten Deutschlands, der sich vor 25 Jahren ohne Startkapital aus dem Westen gründete, ist das eine bemerkenswerte Größenordnung.

Mit ihrer Mannschaft begingen Gerd Jüttner und seine Tochter Karina, die 2006 in die Geschäftsführung des Treppenbau-Betriebs eingesteigen ist, am Mittwoch silbernes Firmenjubiläum. Gründe zum Feiern gibt es am Standort in der Weimarer Straße aber mehr als nur den runden Jahrestag.

JKB hat es geschafft, sich zu einem Spezialisten für die Einrichtung von Supermärkten und Discountern entwickeln. Jüttner ist in dem Zusammenhang freilich auf Diskretion bedacht: Mit den Namen seiner Auftraggeber kann und will er nicht hausieren gehen. Verraten werden darf nur so viel: Für eine große bundesweit agierende Supermarktkette ist JKB mittlerweile der alleinige Ladenausstatter.

Meterhoch stapeln sich in den Lagerhallen Regalböden und Stellagen für die nächsten einzurichtenden Lebensmittelgeschäfte. Im Moment ist Bodenständigkeit der ganz große Livestyle-Trend, das spiegelt sich unweigerlich in den Ladenbauelementen wider, die in den Blankenhainer Werkstätten zugeschnitten und zusammengebaut werden: Auf den ersten Blick sticht einem ein rustikal wirkendes Oberflächendesign ins Auge. Im fertigen Laden wird es eines Tages für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Im Kern aber bestehen die Teile aus „wirtschaftlichem Press-Span und belastbarem Leichtmetall", wie es im JKB-Onlineauftritt heißt.

Nach der Wende richteten die Blankenhainer Ladenbauer sämtliche Filialen ein, die besagter Discounter im Osten neu bauen ließ. Inzwischen sind es um die vierhundert Häuser – deutschlandweit. Und eine weitere Kette lässt sich von Jüttners Leuten neben inländischen Standorten auch Märkte in Frankreich und Tschechien ausstatten.

Aufträge in solchen Umfängen lassen sich nur akquirieren, wenn ein Betrieb eine bestimmte Größe erreicht hat. Kleinen Handwerkern in der Region kann der Holz-Riese aus Blankenhain daher nicht das Wasser abgraben.

Damals in der späten DDR wäre ein solcher Weg kaum vorherzusehen gewesen: Als Gerd Jüttner den Beschluss fasste, den Kreisbau Weimar Land zu übernehmen, setzte sich der bis dahin volkseigene Betrieb noch aus mehreren Bausparten zusammen. Jüttner, der Bauingenieur, der den Kreisbau seit Anfang der Achtzigerjahre kannte und im Betriebsteil Blankenhain zuletzt auch die Leitung innehatte, konzentrierte sich nach der Privatisierung auf die Holzverarbeitung.

Achtzig Menschen standen damals beim Kreisbau in Lohn und Brot. Dass in jenen unsicheren Zeiten keiner von ihnen seinen Job verloren hat, macht Gerd Jüttner immer noch ein bisschen stolz. Fünfzig Leute übernahm die Baufirma Wachenfeld, die sich gleich nach der Wende in Blankenhain niederließ. Die übrige Belegschaft blieb bei Jüttner. Drei Leute aus dem Start-Team halten ihm bis heute die Treue.

Aus heutiger Perspektive betrachtet, erforderten solche Schritte damals nicht nur eine Portion Mut und fachliche Kompetenz, sondern auch ein nicht zu knappes Maß an Zuversicht, wenn nicht gar eine gewisse Blauäugigkeit. „Seinerzeit hatte ich das Glück, einen Entwicklungshelfer kennenzulernen, einen Ladenbauer aus den alten Bundesländern." Mit Georg Bauer aus Fürth, der ihm in den ersten Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte, verbindet Gerd Jüttner bis heute eine tiefe Freundschaft.

Über das letzte Vierteljahrhundert hat sich gezeigt, dass Jüttner wohl das richtige Händchen hatte, um seine Firma wachsen zu lassen, dabei aber nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren. „Wir wollen nicht die Größten werden, sondern in unserem Segment zu den Besten gehören." Dass das Unternehmen seit 1990 mehr als 30 junge Leute ausgebildet hat, zahlt sich jetzt aus: Während allerorten der Fachkräftemangel beklagt wird, kann Gerd Jüttner von einem gelingenden Generationenwechsel berichten. „Wir haben das große Glück, viele junge Leute zu unserem Team zu zählen."

Glück – diesen eher uneitlen Begriff bemüht er mehrfach, wenn er die Geschichte seiner Firma Revue passieren lässt. Er steht für Dankbarkeit und Bodenhaftung, aber auch für Jüttners Bedürfnis, etwas zurückzugeben, hier und da Gutes zu bewirken, im Boxverein Weimar etwa, aber auch in Kindergärten und Schulen rund um Blankenhain.

In diesem Sinne hat der Firmengründer seinen wichtigsten Schritt zur Zukunftssicherung schon vor langer Zeit vollzogen: Tochter Karina Jüttner gehört seit 17 Jahren zur Belegschaft. Die Diplomingenieurin für Holztechnik führt die Geschäfte im Treppenbau-Betrieb.

Sabine Brandt / 02.07.15 / TLZ